Warum Lungenkrebs – Screening?

Der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist eine der häufigsten Krebsarten. Klinische Symptome treten meist erst in einem fortgeschrittenen - und dann oft nicht mehr heilbaren - Stadium auf.
In der NLST (National Lung Screening Trail) in den USA wurde an über 50'000 Patienten nachgewiesen, dass das CT-Lungenscreening zur Früherkennung des Lungenkrebses der normalen Röntgenaufnahme hoch überlegen ist. Im normalen Röntgenbild der Lunge werden nur 14% der kleinen Tumoren entdeckt, die im CT erkennbar sind. Damit ermöglicht das CTLungenscreening, dass mehr Tumoren in einem frühen Stadium behandelt werden können. Es besteht dann eine Heilungschance von 70-80%. Ohne diese Vorsorgeuntersuchung beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Lungenkrebs nur zirka 12%.

Wie läuft die Lungenkrebs-Vorsorgeuntersuchung ab?

Mit der sehr schnellen Mehrfachdetektor-Spiral-Computertomographie (MSCT) wird während eines Atemstillstandes von ca. 15 sec. das Lungengewebe lückenlos mit 1.5 Millimeter dicken Schichten abgebildet. Eine Kontrastmittelgabe ist nicht notwendig. Die Untersuchung erfolgt mit minimaler Strahlendosis, die nur etwa 10% einer üblichen CT des Brustkorbes beträgt. Das CT-Lungenscreening ist völlig schmerzfrei und erfordert keine besondere Vorbereitung des Patienten. Die Auswertung erfolgt durch einen Facharzt FMH-Radiologie und zusätzlich durch eine computerassistierte Erkennung „Lung nodule Assessment“.

Wer sollte an eine Vorsorgeuntersuchung denken ?

  • Personen mit langjährigem Nikotinkonsum
  • Männer über 50 Jahren (Gelegenheits- oder Nicht-Raucher)
  • Frauen über 60 Jahren (Gelegenheits- oder Nicht-Raucher)

Welche Bedeutung hat das Untersuchungsergebnis?

Verbesserte Vorsorgeprogramme haben die Behandlungsergebnisse bei Krebs der Brust, des Dickdarms, der Prostata und der Gebärmutter wesentlich verbessert, da die Tumoren in einem frühen Stadium erkannt und erfolgreich behandelt werden können. Für den Lungenkrebs fehlte bislang eine geeignete Vorsorgeuntersuchungstechnik. Dies führt auch heute noch dazu, dass Lungenkrebs in der Regel erst in einem späteren und dann oft nicht mehr heilbaren Stadium erkannt wird.
Neben der verbesserten Heilungschance des Lungenkrebses, wenn die Erkrankung durch das CT-Lungenscreening in einem frühen Stadium nachgewiesen wird, ist auch positiv zu vermerken, dass nach Erfahrungen der Studien fast 50% der Raucher im Anschluss an das Lungenscreening ihr Rauchverhalten geändert haben. Davon haben etwa 50% das Rauchen aufgegeben oder zumindest deutlich reduziert!

SF1 Beitrag PULS vom 15. November 2010